Abenteuer Bahn … - Deutsche Bahn: Alle reden vom Internet -…
> Genau Du beschreibst den Unterschied zwischen qualifiziertem
> Bahnbashing und unqualifiziertem Bahnbashing. Genau das, was ich eben
> meinte… Gelegenheitsfahrer maulen über Sachen, die einen nach
> zigtausend Bahnkilometern nun überhaupt nicht mehr aus der Ruhe
> bringen. Die echten Aufreger fallen solchen Kunden in der Regel nicht
> auf.
Da hast Du recht. Ich hatte nur eine andere Intention Deines Beitrags
angenommen, nämlich (ungerechtfertigtes) Lob der Bahn.
> Züge, die Anschlüsse regelmäßig verpassen, weil die Bahn meint,
> irgendwelche Fahrzeiten im Kursbuch schönen zu müssen.
Ich bin seit Jahren ein Opfer der umgekehrten Strategie: Immer weiter
verlängerte Aufenthaltszeiten, damit der IC auf meiner Hausstrecke
als Zubringer für ICEs (und Ersatz für IRs) missbraucht werden kann.
> Fahrpreiserhöhung durch Umwidmung von Zügen (seinerzeit zur
> Abschaffung des IR ganz netter Zug)
Ich mochte den IR (bis auf das Bistro) nicht, und zwar wegen der
starren Sitze und der fehlenden Klimatisierung. Heute hast Du leider
das Problem, dass die IRs tatsächlich nur umgewidmet wurden, Du also
IC bezahlst und IR mit den genannten Problemem bekommst.
Auch da bin ich übrigens Opfer auf meiner Hausstrecke. Der IC hat
vier (!) zusätzliche Halts. Überall dort eben, wo früher der IR
hielt. Billiger ist es deswegen nicht geworden, aber die Fahrzeit hat
sich erheblich verlängert.
> Mangelnde Information, wenn wirklich mal etwas komplett daneben läuft
> (Klassiker: Personenunfall)
Personenunfall ist planbar. Da bleibe ich (mittlerweile) einfach im
Zug sitzen. Bringt kalkulierbare 90 bis 120 Minuten.
Witterungsbedingte Störungen sind da viel schlimmer: Letzten Freitag
hatte ich z.B. einen Sturmschaden. Angeblich Oberleitung. Der Zug
steht auf unbestimmte Zeit. OK, denke ich, dann warten wir mal auf
die Diesellok. Das ist kein Problem, man muß eben nur ‘nen Lokführer
dazu finden (Loks hat man, aber die Lokführer wurden
wegrationalisiert).
Naja, nach einer Stunde Pause kam dann der Hinweis auf
Schienenersatzverkehr zum nächsten Fernbahnhof. Also alle Leute raus.
Und 30 Minuten später bei Null Grad und nasskalter Luft immer noch
kein Bus in Sicht. Bahnmanagement pur. Der Schaffner hatte mir
mittlerweile auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Strecke vollständig
gesperrt worden sei. Also auch keine Diesellok. Dann kam ein Bus.
Wohlgemerkt EIN Bus. Für einen voll besetzten IC. Nicht zu fassen.
Nochmal 15 Minuten später kam ein zweiter Bus. Der Fahrer war dann
gleich zu blöd, seine Gepäckfächer zu öffnen. Also schleppen die
Leute ihr Gepäck mit in den Bus und der ist ruckzuck voll. Trotzdem
ist die Menschentraube kein Stück kleiner geworden.
Ich bin dann mit drei weiteren Leuten mit ‘nem Sammeltaxi zum
nächsten Bahnhof gefahren. Hätte ich gleich von der Vollsperrung
gewusst, hätte ich das schon zwei Stunden vorher gemacht. So war dann
aber mein ICE weg, und da wir heute nur noch ‘nen Zweistundentakt
haben,bin ich dann die letzten 180 km mit ‘ner restlos überfüllten
Bimmelbahn gefahren, obwohl ich ICE bezahlt hatte. Gesamtverspätung
am Ziel: 195 Minuten.
Und das ist wahrlich kein Einzelfall. Das passieret vielmehr bei
jedem Wintereinsatz, Sturm usw. Eine ähnliche Verspätung hatte sich
bei mir vor wenigen Wochen allein schon durch eine 15minütige
Verspätung verpassten Anschluss auf einer wenig befahrenen
Viel-Umsteiger-Strecke zusammengerafft.
> Neee, ich bin jetzt seit dreizehn Jahren fast jedes Wochenende
> unterwegs (inzwischen meist Fernstrecke in Regionalzügen) und hab da
> schon einiges abbekommen. Aber es ruft in mir inzwischen nur noch ein
> müdes Lächeln hervor, wenn irgendein Kegelclub sich neben mir
> aufregt, weil der RE von Pupsburg nach Deppendorf fünf Minuten
> Verspätung hat, um sich dann selbst beim Einstieg in selbigen ewig
> Zeit zu lassen…
Ich bin da immer ganz lieb, und erkläre diesen Leuten, was wirklich
auf sie zukommen kann: siehe oben, z.B.
Ein “Unternehmen Zukunft”
sieht für mich anders aus. Und es wird außerhalb der Ballungszentren
von Jahr zu Jahr schlimmer.
Dein Bahnschicksal (noch) teilende Grüße,
Stephan
Am 20. April 2008 um 19:03 Uhr
[…] Strecken stimmt hier das Verhältnis zwischen tatsächlicher Fahrzeit und insgesamter Reisezeit überhaupt nicht. Rechtnet man die Gesamtbetriebskosten des Autos ist das allerdings mehr als doppelt so teuer […]